ein neuer Ausbildungskurs startet im Oktober 2017

2017-04-24 15:02 von Margot Kranz (Kommentare: 0)

Reden oder Schreiben zu können, ohne seinen Namen nennen zu müssen, geschützt Themen, für die sonst niemand zur Verfügung steht, anzugehen, Tabus beim Namen zu nennen, Ängste - all das kann bereits helfen, neue Möglichkeiten für sich und sein Handeln zu finden.

Wenn Sie selbst gelernt haben, eine Krise zu bewältigen, ein gutes Gespür für ihre Gaben und Grenzen haben und ein verantwortungsvolles Ehrenamt übernehmen möchten, freuen wir uns, wenn Sie mit uns in Kontakt treten.

Wir sind eine ökumenisch getragene TelefonSeelsorge und legen Wert auf einen wertschätzenden und respektvollen Umgang mit Anrufenden und gegenseitig in unserer Gemeinschaft.

Wir bieten Ihnen eine qualifizierte Ausbildung für Ihr Ehrenamt, legen großen Wert auf Fortbildungen und pflegen eine lebendige Gemeinschaft.

 

Einige Teilnehmerrückmeldungen des letzten Ausbildungskurses:

"Unsere Ausbildung war sehr intensiv.
Zu Beginn hatte ich nicht mit dieser großen Bandbreite der Themen gerechenet, die jetzt auf uns zukommen,"
 
" In meinem Dienst bei der TelefonSeelsorge bin ich ganz da in diesem augenblicklichen Gespräch mit den Anrufenden. Das ist für mich selbst eine wunderbare Erfahrung."
 
"Ja, meine Vorstellungen am Anfang der Ausbildung waren: Helfen, helfen, helfen! Was kann ich tun!

Jetzt, nach unserer Ausbildung, bin ich deutlich zurückhaltender und sage: Zuerst einmal genau zuhören, den/die Anrufer/in aussprechen lassen und achtsam nachfragen. Diese Eigenschaften haben sich in meinem Privatleben ebenfalls bewährt; ja, sie haben mich verändert. Ich bin gerne am Telefon, auch wenn mich manche Gespräche noch längere Zeit beschäftigen."

Wir freuen uns über Ihr Interesse und laden Sie gerne zu einem Kennenlerngespräch ein.

Den Bewerbungsbogen können Sie direkt unter dem Button "Mitarbeit" downloaden.

Diese Woche Telefonseelsorge in "Kirche im WDR"

2016-07-11 16:12 von Kirsten Prey

Sieben neue TelefonSeelsorgerinnen und Seelsorger

2015-03-15 20:09 von Margot Kranz

„Ich wollte mal anrufen. Ich halt das nicht mehr aus . . .“

Foto und Text: Joh. de Kleine

„Ich wollte mal anrufen. Ich halt das nicht mehr aus . . .“

Mitarbeitende der TelefonSeelsorge Düren-Heinsberg-Jülich eingeführt

Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand im Gemeindezentrum Birkesdorf der Evangelischen Gemeinde zu Düren ein Gottesdienst statt. Ungewöhnlich, weil evangelische Gottesdienste immer öffentlich sind. Normal aber, wenn es um die TelefonSeelsorge (TS) geht: gilt es doch, die Anonymität der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wahren, damit die Anrufenden unbefangen reden können.

Die Leiterin der TS, Margot Kranz, konnte dennoch viele Menschen begrüßen. Viele bereits in der TS Tätige waren gekommen; der Kirchenchor Lammersdorf unter der Leitung von Frau Scheidweiler-Pleines gestaltete den Gottesdienst musikalisch und füllte allein schon die Hälfte der Plätze; und schließlich waren neben der TS-Pfarrerin Kirsten Prey, dem TS-Kuratoriums-Vorsitzenden Thomas Thönneßen und seiner Stellvertreterin Pfarrerin Ulrike Grab die Vertreter der beiden Träger anwesend: Regionaldekan Pfarrer Hans Doncks für die katholische sowie Superintendent Pfarrer Jens Sannig für die evangelische Kirche, genauer: der eine für das Bistum Aachen, der andere für den Evangelischen Kirchenkreis Jülich.

 

Vielleicht geschieht ein Wunder?

Pfarrerin Kirsten Prey beschrieb in ihrer Predigt den Alltag der Mitarbeitenden in der TS. Das Zuhören, Dabeibleiben, Not einen Moment lang mit aushalten. Auch die Ohnmacht, die Trauer, die Schmerzen, die Wut oder die Verzweiflung der Anrufenden auszuhalten. Ein schwieriger Dienst, weil man in der Regel die Situation des Anrufenden nicht ändern kann. Weil, so die Aussage einer Mitarbeiterin, man am Telefon keine Wunder vollbringen könne. Dass es dennoch eine Hilfe sein kann oder der Anfang von Hilfe, einfach einmal alles aussprechen, sich von der Seele reden zu können, auch das ist eine Erfahrung in der TS. Und in ihrer Auslegung der Geschichte von der Heilung eines epileptischen Jungen aus dem Markusevangelium kam Pfarrerin Prey dann zu einer überraschenden Antwort auf die Frage, was eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter der TS am Telefon in einem Gespräch bewirken kann:  „Können wir dann Wunder vollbringen? Heute möchte ich antworten: wer weiß? Wir können mitgehen mit einem Anrufenden und an seiner Seite sein. Ohne Bedingungen zu stellen - ohne Erwartungen zu stellen. Zweckfrei mitgehen. Und so es uns gegeben wird, still werden in Gott. Diese Stille Raum greifen lassen und in sie einladen. Gott mehr vertrauen als allen Kämpfen von Macht und Ohnmacht. Die verklingen dann von alleine. Und wer weiß? Vielleicht geschieht dann ein Wunder. Und das, was war, ist nicht mehr. Altes ist vergangen und Neues zeichnet sich ab. Wir dürfen der Stille in Gott mehr trauen als allen Kämpfen und Krämpfen. Und selbst, wenn wir nicht Zeuge eines Wunders werden: wissen wir, was geschieht, wenn der Hörer aufgelegt wurde? Wenn unsere Wege sich trennen? Niemand ist Zeuge von allem, was einem Menschen begegnet. Vielleicht geschieht ja etwas in der Stille danach. Ja, warum nicht ein Wunder?“

 

Dankbarkeit für den Dienst der Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger

Regionaldekan Hans Doncks betonte in seinem Grußwort die wichtige Aufgabe der Mitarbeitenden in der TS, rund um die Uhr Zeit zu haben. Die Anrufenden betrachteten das Zuhören als ersten Schritt zur Hilfe. Er wünschte den Neuen Freude am Dienst und die Liebe zu den Menschen, aus der heraus helfendes Zuhören und hilfreiche Gespräche möglich werden. Kraft für diesen anspruchsvollen Dienst gebe es durch das Gebet. Er übermittelte den Mitarbeitenden der TS, den bereits aktiven und den Neulingen, den herzlichen Dank des Bistums Aachen. 

Superintendent Sannig sieht in den Beauftragungsgottesdiensten der TS einen Höhepunkt seines Arbeitsjahres. Es sei gut, notwendig und unverzichtbar, dass es diesen Dienst für die Menschen gebe. Die Mitarbeitenden der TS erfüllten einen hohen Anspruch, den die Kirche an sich selbst habe, und den die Hilfesuchenden an die TS hätten. Sich selber zurücknehmen, sich öffnen, zuhören – so ermöglichten die Mitarbeitenden am Telefon den Menschen in den Brüchen und Katastrophen ihres Lebens ein Stück Hilfe. Auf diese Weise werde für Menschen in Not Gottes Beistand Wirklichkeit. Der Superintendent wünschte den Mitarbeitenden Gottes Segen und Beistand sowie die Kraft, die aus der eigenen Geborgenheit in Gott erwachse. Den Dank für die Arbeit und die Gratulation zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung verband er schließlich mit dem Wunsch nach vielen guten Gesprächen am Telefon.   

 

Ihr seid ein Segen! Ausbildung ermöglicht wertschätzende Achtsamkeit am Telefon

TS-Leiterin Margot Kranz bescheinigte den fünf Frauen und den beiden Männern, dass sie in dem einen Jahr der Ausbildung gut miteinander und an sich selbst gearbeitet hätten. Wer in der Gruppe beziehungsfähig sei, werde dies auch im Dienst am Telefon sein können. Das sei die Voraussetzung für eine wertschätzende Achtsamkeit im Umgang mit den Hilfesuchenden. So werde es möglich, dass die Anruferinnen und Anrufer sich angenommen fühlten. „Ihr seid ein Segen für die Menschen!“ Das war die klare Botschaft an die Neuen.

Margot Kranz überreichte jeder und jedem einen symbolträchtigen Anhänger zu seinem persönlichen Schlüssel für die Räume der TS, und zwar in Gestalt einer Eule. Diese sei ein Nachttier, könne hervorragend hören und sei ein höchst soziales Wesen. Ein gutes Vorbild eben für Frauen und Männer am Telefon.

Thomas Thönneßen als Vorsitzender des Kuratoriums der TelefonSeelsorge Düren-Heinsberg-Jülich überreichte den sieben Neuen jeweils ihre Beauftragungsurkunde. „Der Dienst in der Gemeinschaft der TS wird Ihnen zugleich zugemutet und zugetraut“, gab er ihnen mit auf den Weg.

Gute Wünsche gab es auch vom Beirat der TS sowie von der Sprecherin des Chores aus Lammersdorf.

Und wer in seiner Arbeit ohne jegliche öffentliche Anerkennung auskommen muss, der sollte wenigstens in der Gemeinschaft seiner Kolleginnen und Kollegen gut für sich selbst sorgen. So folgte dem Beauftragungsgottesdienst eine der liebevoll gestalteten Feiern, für die die TS intern berühmt ist.

                                                                       © Johannes de Kleine

 

Wer sich gerne näher über die TelefonSeelsorge informieren möchte: www.telefonseelsorge-düren.de

 

 

 

Zwei Jahre danach

2014-03-24 11:03 von Margot Kranz

ehemalige Ausbildungsgruppe trifft sich zwei Jahre danach

Kaue in der Schachtanlage; Foto S. F.

Im März 2012 haben wir unsere Ausbildung bei der Telefonseelsorge Düren - Heinsberg - Jülich begonnen. Da waren wir noch Fremde. Nach einem Jahr gemeinsamen Lernens waren wir schon sehr vertraut miteinander.
Heute - nach zwölf Monaten Telefondienst - verbinden uns viele Erfahrungen und Erlebnisse mit unseren Anruferinnen und Anrufern und den Gesprächen danach.

Wir sind jetzt zwar in die Selbständigkeit am Telefon entlassen, haben aber trotzdem gespürt, dass wir uns als Gruppe nicht ganz aus den Augen verlieren möchten. Den ersten Schritt haben wir dazu getan, indem wir uns anlässlich des ersten Jahrestages unseres Ausbildungsendes mit unserer Ausbildungsleiterin privat getroffen haben. Hierzu haben wir uns bei einem Teilnehmer zu Hause eingefunden und zusammen geklönt und gegessen, als wären wir erst gestern auseinander gegangen. Krönender Abschluss war eine gemeinsame Führung in der denkmal-geschützten Schachtanlage 3 der Zeche Sophia Jacoba in Hückelhoven, die 1997 geschlossen worden ist.

Es waren wunderbare Stunden, und der nächste Termin für’s Jahr 2015 steht schon fest.

Klaus, ein TelefonSeelsorger, dessen Name anonymisiert wurde

Das neue Jahr aktiv begonnen

2014-01-29 16:06 von Margot Kranz

Die TelefonSeelsorge Düren- Heinsberg- Jülich hat das Jahr bereits aktiv mit einer neuen Ausbildungsgruppe begonnen.  Zehn Männer und Frauen im Alter zwischen 35 Jahren und 70 nehmen teil an der einjährigen Ausbildungsgruppe.

Bevor sie diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, setzen sie sich in der Gruppe mit ihrer eigenen Lebensgeschichte auseinander, wo eigene Krisen das Leben schwer machten und wie persönliche Bewältigungsstrategien gestärkt werden konnten.

Um anderen Menschen zuhören zu können und sie zu ermutigen, um zu helfen, eine unabänderliche Situation mitzutragen - eine Krankheit oder den Verlust eines geliebten Menschen, ist es wichtig sich seiner eigenen Geschichte zu vergewissern. Nur so ist es möglich, nicht die eigenen Themen mit denen der Anrufenden zu vermischen und den Fragen von Anrufenden offen und möglichst vorurteilsfrei zu begegnen. Diese Voraussetzung ist wesentlich, wenn wir Anrufende bei ihrer eigenen Entscheidungsfindung unterstützen wollen.

Dies setzt persönliches Lernen voraus. Und dies geschieht in der Ausbildung an Wochenenden und an einem regelmäßigen Gruppenabend, an dem sich die Gruppe trifft. Dabei stehen Themen wie Partnerschaft, Sexualität, Burnout, Mobbing am Arbeitsplatz, Suchtfragen, Armut und Suizidprävention ebenso  auf dem Plan wie helfende Gesprächsführung und der Glaube, der uns trägt.

Anhand verschiedner Übungen in Paargesprächen und in Kleingruppen hat die Gruppe bereits mit lebendigem Lernen begonnen.

„Ausbildung ging zu Ende“ : Jetzt hören 22 neue Ohren zu

2013-04-03 08:42 von Margot Kranz (Kommentare: 1)

Am Wochenende 8./9. März endete eine Ausbildungsgruppe mit elf Teilnehmenden, die sich ein Jahr lang intensiv anhand von Selbsterfahrung und durch das Erlernen einer achtungsvollen Haltung gegenüber Anrufenden am Telefon auf den Dienst vorbereitet haben. Es war ein intensives Jahr, das durch Klärung eigener Gefühle in schwierigen Situationen im persönlichen Leben,  Verständnis für Ängste aber auch für Kräfte zur Bewältigung bei sich selbst wie bei anderen hat wachsen lassen.

Probleme in der Partnerschaft, Partnersuche, Beziehungsgestaltung in der Familie, Mobbing am Arbeitsplatz wurden ebenso bearbeitet wie Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Lebensqualität trotz Einschränkungen von Krankheit.

Ein Teilnehmer, Bruno 56 Jahre, meint:

„Das eigene Leben bisher positiv gemeistert. Dabei auch Rückschläge gut verarbeitet. Das Verantwortungsgefühl, auch anderen Menschen in schwierigen Lebenslagen, Mut und Kraft zu geben… Dies waren Motive, bei der TelefonSeelsorge Düren- Heinsberg- Jülich mitarbeiten zu wollen.

Nach einem fairen Auswahlverfahren, konnte ich im April 2012 meine Ausbildung zum Telefonseelsorger beginnen. Geschult und geschärft wurde dabei mein Blick auf mich selbst, auf meine eigene Lebensgeschichte und vor allem aufs aktive Zuhören.

Mich dabei auf Fragen zu konzentrieren, die den anderen öffnen, ihm Mut machen, sich anzuvertrauen. Ich habe gelernt, dass nicht das Ergebnis, sondern der Weg dahin wichtig ist.

In unseren ersten Gesprächen sind wir begleitet durch intensives Coaching und Supervision durch die Leitung der Telefonseelsorge Düren – Heinsberg - Jülich.

Ich freue mich und bin dankbar für die intensiven Erfahrungen bei meiner Ausbildung. Mein Dank gilt insbesondere meinen beiden Ausbilderinnen Frau Kranz und Frau Besten, aber auch allen Kolleginnen und Kollegen unserer Ausbildungsgruppe.“