Schuld

2016-12-20 10:20 von Kirsten Prey (Kommentare: 0)

Foto: Pepe

Beendet haben wir den Workshop mit dem Thema „Versöhnung“. Und der Feststellung, wie schwer es sein kann, Schuld zu vergeben. Doch wo dies möglich ist, wird das Leben neu. Wunden mögen als Narben zurückbleiben, sie mögen uns vorsichtig sein lassen und doch ist  eine Versöhnung möglich ohne dass die Verletzung geleugnet werden muss.

Geendet haben wir mit einem Ökumenischen Gottesdienst zum ersten Advent: dem Ausblick auf ein neues Kirchenjahr, das vor uns liegt und die Weihnachtszeit.

Es war thematisch kein leichtes Wochenende. Doch das Schöne war: in vielen von uns kam innerlich einiges in Bewegung. So gingen wir selber Schritte zu einer Versöhnung mit Schuld. 

IFOTES 2016 - Ein kurzer Rückblick

2016-07-25 10:16 von Kirsten Prey

 

Das Programm war entsprechend bunt: es gab hervorragende Vorträge, vertiefende Foren, lebendige Workshops, Andachten und einen ökumenischen Gottesdienst sowie ein vielseitiges soziales Programm.

Inhaltlich ging es immer wieder um die Frage, wie das Leben weitergehen kann (For life to go on) – wenn ein Mensch Suizidgedanken und –absichten hat. Was ist dann hilfreich? Und was ist vielleicht gut gemeint, erreicht aber einen Menschen in seiner Not nicht?

Dabei wurden viele Aspekte beleuchtet. Wie die Bedeutung, welche die Erfahrung von Einsamkeit hat – in welchem Zusammenhang Selbstverletzung zum Suizid steht – und wie wohl tuend es sein kann, von eigenen Suizidgedanken sprechen zu können.

Von unserer Stelle waren wir mit 21 Ehrenamtlichen und einer Hauptamtlichen vor Ort. Als Nachbarstelle der TelefonSeelsorge Aachen haben einige unserer Ehrenamtlichen den Kongress als Volunteers begleitet.

All die Erfahrungen zu sortieren, einzelnem nachzuspüren und anderes nachzulesen wird uns in den nächsten Wochen beschäftigen. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass der Kongress ein großer Gewinn für uns Teilnehmende war. Und ich gehe davon aus, dass wir noch einmal anders auf Anrufende bei uns eingehen können, die sich nicht sicher sind, ob sie weiterleben möchten und wenn ja, wie.

Pfrn Kirsten Prey

Angst ist ein Menschheitsthema

2014-10-29 21:04 von Margot Kranz

Wir alle sind Angst- Hasen

Foto: © PFab; Text: von Ebner- Eschenbach

 

 

Wir alle kennen Ängste! Angst ist ein Menschheitsthema und ein überlebenswichtiger Schutzmechanismus, denn ohne Angst wären wir verloren oder vielfach Situationen völlig schutzlos ausgesetzt. Was aber geschieht, wenn die Angst zum überwiegenden Lebensgefühl wird und die Lebensqualität einschränkt? Wenn sie sich steigert und den Tag beherrscht? Ein Leben unter solchem Stress führt fast zwangsläufig zu ernsten Verhaltensauffälligkeiten, zu Schlafstörungen etc.  Menschen finden einfach keine Ruhe und Sicherheit mehr....

In zwei  Fortbildungsbeiträgen zum Ende des Sommers beschäftigten sich die TelelefonSeelsorgerinnen und -Seelsorger mit dem Thema:  „Angst“ – genauer gesagt mit der „Biologie der Angst“.

Ziel der Fortbildung  in der TelefonSeelsorge war es zunächst, uns mit den eigenen Ängsten vertrauter zu machen. Um Anrufenden ein hilfreicher Gesprächspartner sein zu können,  ist dieses Wissen um uns selbst ein erster wichtiger Schritt zum Verständnis des Gegenübers. Denn Anrufende brauchen Gesprächspartner, die die eigenen ängstlichen, schwachen Seiten nicht abwehren müssen. Erst dann können sie die Ängste der Anrufenden wohlwollend ernst- und annehmen – und sind viel weniger in der Gefahr, mit den Gefühlen der Ratsuchenden zu verschwimmen oder sich von ihnen überwältigen zulassen.

Die Psychotherapeutin Frau Dr. Traude Crins - Ärztin für Neurologie/ Psychiatrie und Psychoanalyse - stellte nach diesem selbsterfahrungsorientierten Tagesabschnitt neuere Erkenntnisse der Hirnforschung  vor.  An dieser Stelle seien nur einige Schlagworte genannt:

  •       Ängste behindern unsere emotionale Entfaltung. Sie hinterlassen physiologische und biochemische Spuren im Gehirn!
  •      Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit sind lebenslange Schlüssel für Umbau- und Wachstumsprozesse im Gehirn!

 

  •      Damit wir uns für etwas begeistern, muss es bedeutend für uns sein. Bedeutsamkeit ist der Motor für das Gefühl, sinnvoll zu leben!

 

 

  •      Auch nach einem schweren Trauma verfügt unser Körper über enorme Selbstheilungskräfte!

 

  •      Lernen braucht mehr als Brainjogging. Inhalte des Lernens müssen unter die Haut gehen und Aufgaben müssen als herausfordernd und als zu bewältigen erlebt werden!

 

Quelle: Manuskript zur Fortbildung von Dr. Traude Crins

 

Zur vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema empfehlen wir :

Gerald Hüther:  „Biologie der Angst“, Göttingen 2012

Peter A. Levine: „ Sprache ohne Worte – wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt“ Kösel Verlag 2010

Geo Kompakt Nr.40      9/ 2014: „Wege aus dem Stress – wie sich Burnout- Ängste und Depressionen überwinden lassen“

 

 

 

Sommerausflug:alte Badekultur- Kunst zur politischen Gegenwart - bis zur Kräuterhexe

2014-09-30 10:41 von Margot Kranz

von der alten Badekultur- über Kunst zur politischen Gegenwart - bis zur Kräuterhexe

Foto Cl.K

eigentlich hatten wir 30 Teilnehmenden für den Tag Sonnengarantie bestellt- aber wieder einmal mussten wir lernen, dass nicht alles machbar ist. Dennoch der Ausflug der TelefonSeelsorge zur Landesgartenschau war von sonniger Stimmung. Bei Spaziergängen am See konnten TelefonSeelsorgerinnen und Seelsorger selbst einmal die Seele baumeln lassen. Kleingruppen suchten neue Gartengestaltungsideen, außergewöhnliche Gartensitzmöbel und am Vogelhäuschenbau versuchten sich einige.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es für einen Teil unserer Gruppe dann auf eine Zeitreise über knapp 2000 Jahre europäischer Badekultur oder zu einer Performance: "Was die Welt nicht mehr braucht"  ins Atelier der Künstlerin: Luise Kött Gärtner

Besuch im Museum der Badekultur

"In der 1929 entdeckten antiken Anlage, über der im Jahr 2008 das Museum der Badekultur errichtet wurde, welches den Besucher von der Römerzeit bis zur Neuzeit führt, erfuhren wir erstaunliche Dinge. So konnten wir in den Überresten der Römertherme aus dem 2.Jahrhundert eine Fußbodenheizung, Doppelverglasung und sogar beheizbare Wände bewundern. Weiter führte uns die Reise über das Mittelalter mit seinen Badern und Barbieren zum Barock mit prunkvollen Badekabinetten in den Fürstenschlössern bis hin zur Neuzeit in die 1960er Jahre. Die dort ausgestellten Exponate entführten so manchen von uns in Gedanken in die „Badekultur“ der eigenen Kindheit.  Bereichert mit interessanten historischen Fakten und schönen Erinnerungen machten wir uns danach auf zum abschließenden  Kaffee und Kuchen.  Hier konnten wir bei einem lockeren Beisammensein auf der Außenterrasse eines Cafés unsere Nachmittagserlebnisse mit der anderen Gruppe austauschen."     Moritz, TelefonSeelsorger

"Was die Welt nicht mehr braucht"

im Atelier inspirierten uns Bronzefiguren der Künstlerin, die "Freiheit- Gleichheit - Brüderlichkeit" darstellten. Sie trugen  gemeinsam eine Kugel- aus aktuellen ukrainischen Zeitungen geschaffen. Frau Kött möchte mit ihrer Kunst einen Beitrag gegen die Bedrohung von Krieg und Gewalt auf unserer Erde leisten und Impulse der Transformation setzen.

Jede und jeder von uns hatte eine Schiefertafel vor sich, und wir entschieden uns für einen uns wichtigen Begriff, der unserer Meinung nach für unsere Umwelt oder für ein friedvolleres Miteinander Transformation braucht. Es entstanden bei uns nach und nach wesentliche Tafeln: wie Neid - Atomkraft - Angst- Schwarz- weiss- Denken- Waffen- Ausgrenzung- Fanatismus- und jede Form von ismus-  Armut- Reichtum- Krieg- Panik- Chaos- Eifersucht und Gewalt

diese Tafeln wurden dann anschießend von uns zerschlagen als Sinnbild für die Veränderung, die es braucht. Wir gingen mit Energie daran, die Tafeln zu zerstören und wussten, als wir das Atelier verließen, dass dies nur ein Anfang der Auseinandersetzung sein kann.

Mit den Scherben soll nach der Idee der Künstlerin ein neuer Weg gelegt werden, und wir hatten schon Ideen, wo dieser neue Weg entstehen könnte.

 

 

Ein gesegnetes Jahr 2014

2013-12-25 08:56 von Margot Kranz

Foto P.Fab

Gott wird Mensch

er kommt unserer Sehsucht nach Frieden entgegen mitten im Dunkel der Nacht.           Lassen wir uns hineinnehemen in dieses Hoffen und in diesen Segen.

 

Wir wünschen allen  ein gesegnetes Jahr 2014