Ostergedanken

2017-04-12 07:15 von Kirsten Prey

Foto: Pepe

Denn in diesem Land der tausend Möglichkeiten ist die Bedeutung des Sonntags aus christlicher Sicht ganz anders präsent als bei uns. Dort haben sonntags die Geschäfte geöffnet und Sonntagsruhe ist ein Fremdwort – aber es wird festgehalten an dem Sonntag als erstem Tag der Woche. Allein weil mit dem Sonntag, dem Tag der Auferstehung Christi für uns Menschen etwas absolut Neues begonnen hat.

Christen beginnen die Woche in unserem Land ganz bewusst mit einem freien Tag. Einem Tag, an dem die Arbeit und das Schaffen keine Rolle spielen. Sie feiern an diesem Tag ihren Gott. Denn Gott hat mit der Auferstehung Christi dem Tod seine Macht genommen. Und damit hat er uns die Freiheit schenkt, die Welt und unser Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten, Allgemeingültiges in Frage zu stellen. Und das heißt auch: die Bedeutung von menschlichem Handeln und Tun für sich neu zu bewerten. All unser Kreisen um das Tun und Machen: ist das wirklich das Zentrale im Leben?  Von Ostern her kann ich zumindest sagen: nicht Arbeit macht frei – Gott macht frei. Gott macht uns frei von dem Kreisen um uns und unsere Endlichkeit: damit wir Menschen sind, frei für die Liebe und das Leben.

Schade, dass manchmal der Eindruck entsteht, dass uns dieses Wissen abhandenkommt. Wir wünschen uns ein schönes Wochenende und ordnen unsere Tage nach dem Rhythmus der Arbeit und dem, was zu erledigen ist. Doch eigentlich ist es für uns Christen nicht das Tun, um das wir kreisen, sondern die Freiheit, die Gott uns schenkt. Und das macht einen Unterschied, oder nicht?

Ich muss sagen, man kann so manches entdecken, wenn man nur mal richtig hinschaut. Auf einem abgelaufenen Kalenderblatt z.B. die Revolution der Auferstehung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Ostern und ein Jahr voller Auferstehungstage,

Pfarrerin  Kirsten  Prey

                                                                                                                   Ostern 2017

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